Nebenhöhlenentzündung – kurz zusammengefasst

• Meist tritt eine akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) im Rahmen eines grippalen Infekts auf. Häufigste Ursache sind deshalb Viren.
• Eine akute Nebenhöhlenentzündung kann wiederkehrend auftreten und auch chronisch verlaufen.
• Typische Symptome: Kopf- und Gesichtsschmerzen, eingeschränkter Geruchssinn, verstopfte Nase, Abfluss von Sekret in den Rachen.
• Die akute Entzündung klingt normalerweise innerhalb von zwei bis vier Wochen ab. Sind die Nebenhöhlen chronisch entzündet, bestehen die Beschwerden fortlaufend.
• Antibiotika sind nur selten nötig. Meist reichen Hausmittel aus, um die Symptome zu lindern.

Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen, die sich in Stirnhöhlen, Kieferhöhlen, Siebbeinhöhlen und Keilbeinhöhlen unterteilen lassen (siehe Grafik). Wie die Nase sind sie mit Schleimhaut ausgekleidet. Die dortigen Zellen bilden ständig einen feinen Sekretfilm, in dem sich zum Beispiel eingeatmete Staubkörnchen, Schmutzteilchen oder unerwünschte Krankheitserreger verfangen.

Hier liegen die Nasennebenhöhlen.

Hier liegen die Nasennebenhöhlen.

Auf der Oberfläche der Schleimhautzellen sitzen winzige bewegliche Härchen (Flimmerhärchen), die den Sekretfilm kontinuierlich Richtung Nasenhöhle und von dort zum Rachen weitertransportieren wie auf einem langsamen Fließband. Auf diese Weise wird der eingeatmete "Schmutz" aus Nebenhöhlen und Nase entfernt und schließlich zusammen mit dem dünnen Sekret unbemerkt heruntergeschluckt.

Entzündet sich die Schleimhaut – zum Beispiel durch eine Erkältung – kann diese körpereigene "Müllabfuhr" jedoch ins Stocken geraten: Die Schleimhaut produziert nun viel mehr Sekret als im Normalfall und schwillt an. Das kann dazu führen, dass die kleinen Verbindungskanälchen zwischen Nase und Nasennebenhöhlen zuschwellen oder verstopfen. Die Nebenhöhlen werden nicht mehr richtig "belüftet" und das Sekret kann schlechter abfließen, es staut sich zurück. So bildet sich ein idealer Nährboden für Krankheitserreger – woraus eine akute Nebenhöhlenentzündung resultieren kann.

Akut, wiederkehrend, chronisch – die Unterschiede

• Eine akute Sinusitis klingt normalerweise nach rund zwei Wochen, manchmal auch erst nach vier Wochen ab.
• Tritt die Nebenhöhlenentzündung häufiger als viermal pro Jahr auf und klingt dazwischen vollständig ab, sprechen Fachleute von einem akuten rezidivierenden Verlauf.
• Dauern die Beschwerden länger als zwölf Wochen an, liegt eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung vor.

Unterschieden wird außerdem eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung mit oder ohne Nasenpolypen.

Ursachen der akuten Nebenhöhlenentzündung

Erkältung ist häufigster Auslöser

Die akute Nasennebenhöhlenentzündung, medizinische akute Sinusitis genannt, entsteht fast immer auf dem Boden einer Nasenschleimhautentzündung (Rhinitis) im Rahmen einer Infektion mit Viren und / oder Bakterien. Viren sind dabei weitaus häufiger die Verursacher als Bakterien. Typische Auslöser der akuten viralen Nebenhöhlenentzündung sind zum Beispiel Rhino-, Influenza- und Parainfluenzaviren. Die akute bakterielle Nebenhöhlenentzündung ist oft durch Pneumokokken, Hämophilus influenzae, Staphylokokken oder Streptokokken verursacht. Seltener sind Pilze die Auslöser.

Hinter vermeintlichen Erkältungssymptomen wie Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen kann auch eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 stecken.

Fachkeute vermuten, dass die Schleimhaut der Nebenhöhlen eigentlich fast immer mitreagiert, sobald sich die Nasenschleimhaut entzündet (und umgekehrt). Das ist nur nicht jedes Mal spürbar. Ob sich tatsächlich eine Nebenhöhlenentzündung mit deutlichen Beschwerden entwickelt, hängt unter anderem von der Kraft des körpereigenen Abwehrsystems und den Eigenschaften des Krankheitserregers ab.

Heuschnupfen und Zahnprobleme

Ein allergisch bedingter Schnupfen (Heuschnupfen) kann eine akute und chronische Nasennebenhöhlenentzündung auslösen oder begünstigen.

Eine dentogene Sinusitis (dens = lateinisch: Zahn) entsteht durch Probleme im Kieferbereich wie Zahnwurzelspitzenentzündungen, Wurzelgranulome oder Kieferhöhlenfisteln nach einer Zahnentfernung. Hier gelangen Keime vom Oberkiefer in die benachbarten Nebenhöhlen.

Ursachen einer chronischen Sinusitis

Nasenpolypen und andere anatomische Probleme

Bei manchen Menschen ist die Belüftung der Nebenhöhlen dauerhaft beeinträchtigt, der Sekretabfluss ständig gestört – zum Beispiel durch gutartige Schleimhautwucherungen (Nasenpolypen), große Nasenmuscheln, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder seltener durch Tumore. Solche anatomischen Besonderheiten können die Entstehung einer chronischen Sinusitis begünstigen oder ihre Ausheilung behindern.

Nasenpolypen

Was sind Nasenpolypen?

Nasenpolypen sind Schleimhautwucherungen in den Nasennebenhöhlen. Meistens stehen sie im Zusammenhang mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung

Asthma und eingeschränktes Immunsystem

Eine gestörte lokale Immunabwehr oder bestimmte Keime begünstigen möglicherweise einen chronischen Verlauf. Ebenso tritt dieser gehäuft bei Menschen mit COPD und Asthma auf. Dabei insbesondere zusammen mit einer ASS (Acetylsalicylsäure)-Unverträglichkeit und Nasenpolypen. Diese Kombination wird Analgetika-Intoleranz-Syndrom (AIS) oder Samter-Syndrom genannt. Frauen betrifft eine chronische Nebenhöhlenentzündung öfter als Männer.

Symptome der akuten Nebenhöhlenentzündung

Typische Symptome einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung

  • Kopf- und Gesichtsschmerzen
  • Abfluss von Sekret in den Rachen
  • Eitriges Sekret
  • Gestörter Geruchssinn
  • Verstopfte Nase
  • Zahnschmerzen im Oberkiefer
  • Teils starkes Krankheitsgefühl und Anzeichen eines grippalen Infekts mit Fieber

Ein häufiges Symptom sind Kopf- und Gesichtsschmerzen, wobei die Lokalisation davon abhängt, welche Nasennebenhöhlen hauptsächlich entzündet sind: Sind es die Stirnhöhlen, dann konzentrieren sich die Schmerzen meistens auf Stirn und Augen, sind es die Kieferhöhlen, dann schmerzen eher Wangenknochen und Oberkiefer. Die tiefer liegenden Nebenhöhlen machen eventuell mit Kopfschmerzen auf sich aufmerksam, die in den Hinterkopf ausstrahlen.

Außerdem spüren die Betroffenen oft ein deutliches Druckgefühl über Stirn und / oder Wangenknochen. Üblicherweise verschlimmern sich diese Symptome beim Bücken, Husten, Niesen oder bei Erschütterungen. Die betroffenen Stellen im Gesicht über den jeweiligen Nebenhöhlen können angeschwollen sein. Die Beschwerden beschränken sich oft nur auf eine Kopfseite. Viele Patienten nehmen wahr, dass ständig Sekret von der Nase in den Rachen läuft. Gerüche werden nicht mehr so gut wahrgenommen.

Nase fühlt sich verstopft an

Zusätzlich ist oft die Nasenatmung behindert, die Nase fühlt sich verstopft an und bildet vermehrt zähen Schleim. Das Nasensekret kann gelblich-grün verfärbt sein. Manchmal kommt es zusätzlich zu Husten, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Fieber oder anderen Erkältungszeichen, da die Sinusitis häufig mit einem grippalen Infekt verbunden ist.

Nicht selten verläuft die Krankheit in zwei Phasen: Nach einem ersten Erkältungsschub mit Abgeschlagenheit und Fieber bessern sich die Beschwerden zunächst, verschlimmern sich aber gleich darauf wieder.

Die beschriebenen Symptome können allerdings auch andere Ursachen haben.

Welche Komplikationen gibt es?

Die Entzündung kann sich in sehr seltenen Fällen auf benachbarte Strukturen ausbreiten, zum Beispiel auf die Augenhöhlen, die Hirnhäute oder das Gehirn. Es kann dort zu Eiteransammlungen kommen.

Das kann sich beispielsweise durch starke Mattigkeit, deutliches Krankheitsgefühl und anhaltendes Fieber äußern. Bei Beteiligung der Augenhöhlen können Sehstörungen oder Lidschwellungen auftreten. Auch starke Kopfschmerzen kommen vor, und (bei einer Hirnhautentzündung) Nackenschmerzen oder Krampfanfälle. Dies kommt aber nur sehr selten vor.

Da eine Verbindung von der Nasenhöhle zum Mittelohr besteht, kann sich ein Infekt der Nasennebenhöhlen insbesondere bei Kleinkindern auch in die Ohren ausbreiten und eine Mittelohrentzündung zur Folge haben.

Symptome der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung

Die Zeichen der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sind oft wesentlich unauffälliger als die Symptome der akuten Entzündung. Die Betroffenen fühlen sich eventuell weniger leistungsfähig, sie spüren ein dumpfes Druckgefühl über den betroffenen Nebenhöhlen, leiden immer wieder unter Kopfschmerzen oder Infekten, können nur schlecht durch die Nase atmen und Gerüche nicht mehr so gut wahrnehmen. Manche Menschen spüren einen ständigen Schleimfluss im Rachen.

Dauer der Sinusitis

In 60 bis 80 Prozent der Fälle heilt die akute Sinusitis nach rund zwei Wochen aus. Nach spätestens sechs Wochen ist sie bei circa 90 Prozent der Betroffenen abgeklungen. Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind von einer chronisch verlaufenden Nebenhöhlenentzündung betroffen. Sie kann jahre- bis lebenslang andauern und schränkt die Lebensqualität bisweilen deutlich ein.

Diagnose: Wie stellen Fachleute die akute Nasennebenhöhlenentzündung fest?

Diese Diagnose wird sowohl von Hausärztinnen und Hausärzten, ebenso wie von HNO-Ärztinnen und -Ärzten, vorrangig anhand der typischen Symptome gestellt. Bei der Abgrenzung von anderen Kopfschmerzursachen helfen ein Nachweis von Nasensekret, ein typischer Druck- und Klopfschmerz über den Nasennebenhöhlen sowie eine Verstärkung der Beschwerden beim Vorbeugen des Oberkörpers.

Bei der Inspektion von Mundhöhle und Rachen kann ein auffälliger eitriger Schleimfluss an der hinteren Rachenwand ein Hinweis für eine akute bakterielle Nebenhöhlenentzündung sein.

Eventuell liefert eine Blutuntersuchung ergänzende Hinweise. So sind deutlich auffällige Entzündungsparameter (BSG und / oder CRP) – zusammen mit weiteren Befunden – ein Indiz für eine bakterielle Infektion.

Wie lässt sich die chronische Form erkennen?

Hierbei sind die Beschwerden weniger akut – meist findet sich eine Behinderung der Nasenatmung. Druckgefühl, Schnarchen und Geruchsstörungen können zusätzlich auftreten.

Nasenspiegelung / Endoskopie

Bei Verdacht auf eine chronische Nebenhöhlenentzündung betrachtet die Ärztin oder der Arzt die Nasenräume mithilfe eines optischen Instruments von innen mit einem Nasenspiegel oder einem dünnen Endoskop. So lassen sich die Schleimhäute beurteilen.

Bei einer Entzündung sind sie gerötet und angeschwollen. Außerdem ist eventuell angestautes, möglicherweise eitriges Sekret erkennbar. Auch Nasenpolypen, Schleimhautwucherungen, Nasenscheidewandverkrümmungen oder Tumore sind mit dieser Untersuchung oft feststellbar. In ausgewählten Fällen, beispielsweise bei einer Immunschwäche der Betroffenen, entnimmt die Ärztin oder der Arzt einen Abstrich des Nasensekrets für eine Identifizierung der Krankheitserreger und eine gezielte Antibiotikagabe.

Allergie-Tests

Die Ärztin oder der Arzt wird sich bei einer chronischen oder wiederkehrenden Rhinosinusitis nach bekannten Allergien erkundigen und gegebenenfalls einen Allergietest vornehmen. Dabei werden die Reaktionen der Haut oder Nasenschleimhaut auf potenzielle Allergieauslöser (zum Beispiel Schimmelpilze oder Hausstaubmilben) bewertet.

Bildgebende Untersuchungen

Vor allem bei unklaren, schweren, wiederkehrenden oder chronischen Verläufen kommen bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CT) oder eine Röntgen-Untersuchung zum Einsatz, insbesondere zur Vorbereitung und Planung einer Operation. Sie geben Aufschluss über die Sekretmengen und die anatomischen Gegebenheiten im Bereich der Nasennebenhöhlen.

Manchmal werden auf CT-Bildern im Rahmen anderer Untersuchungen auch zufällig Veränderungen der Nasennebenhöhlen entdeckt, ohne dass sich die Untersuchten krank fühlen. Symptome, Aufnahmen und weitere Befunde müssen daher immer in ihrer Gesamtheit betrachtet werden.

Weitere bildgebende Verfahren, die in speziellen Fällen zur Diagnostik der Nebenhöhlenentzündung herangezogen werden können, sind die Magnetresonanztomografie (MRT) und die Ultraschalluntersuchung.

Therapie der akuten Nebenhöhlenentzündung

Verursacht eine Nasennebenhöhlenentzündung starke oder andauernde Schmerzen oder tritt sie zum wiederholten Mal auf, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Welche Hausmittel können helfen?

Nasenspülungen mit physiologischen Salzlösungen: Sie zeigen in Studien positive Effekte. Sie sollen unter anderem die Schleimhaut abschwellen lassen und den Abfluss des Sekrets fördern. Auch Lösungen mit einem etwas höheren Salzgehalt können helfen. Allerdings reizen sie, wie auch die anderen Lösungen, die Schleimhaut, was viele Anwender stört.

Inhalation von Dämpfen: Wer mit warmem bis heißem (Vorsicht: Verbrühungsgefahr!) Dampf inhaliert, kann die Beschwerden ebenfalls lindern. Als Zusätze gibt es zum Beispiel Salzlösungen, Kamille und ätherische Öle. Inwieweit diese Zusätze einen zusätzlichen Effekt haben, konnte in Studien bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Frau inhaliert

Richtig inhalieren – so geht‘s

Heißen Wasserdampf einatmen, um die Atemwege zu befeuchten – das kann Husten und Schnupfen lindern, ist aber nicht in jedem Fall zu empfehlen

Pflanzliche Mittel: Hoch dosierte Extrakte aus verschiedenen Arzneipflanzen wie zum Beispiel Enzianwurzel oder Eukalyptus eignen sich zur Behandlung einer akuten Sinusitis. Sie können aber gelegentlich Magenbeschwerden verursachen. Lassen Sie sich zu Anwendung und Nebenwirkungen in der Apotheke beraten.

Abschwellende Nasensprays

Kurzfristig eignen sich abschwellende Nasentropfen oder -sprays (zum Beispiel mit den Wirkstoffen Xylometazolin oder Oxymetazolin), um die Nasenatmung zu verbessern. Verträglicher für die Nasenschleimhaut sind Präparate ohne das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid. Wichtig: Maximal sieben Tage anwenden! Sonst droht eine Gewöhnung oder sogar eine Abhängigkeit: Sobald die Wirkung des Mittels nachlässt, schwillt die Schleimhaut umso stärker wieder an, was die Betroffenen erneut "zur Flasche" greifen lässt. Außerdem trocknet die Schleimhaut aus. Patientinnen und Patienten sollten sich zu Auswahl und Anwendung der Präparate deswegen ausführlich in der ärztlichen Praxis oder in der Apotheke beraten lassen.

Wie wendet man Nasensprays richtig an? Das erklärt unser Video:

Antibiotika, Kortison

Da die akute Nebenhöhlenentzündung vorwiegend durch Viren ausgelöst wird, sind Antibiotika nur selten erforderlich beziehungsweise hilfreich. Denn sie bekämpfen nur Bakterien. Antibiotika sind eher bei starken Beschwerden oder drohenden Komplikationen angebracht.

Bei akuten Verläufen einer chronischen oder häufig wiederkehrenden Entzündung und bei bekannten allergischen Schleimhaut-Reaktionen kann die Anwendung eines Kortison-haltigen Nasensprays die Heilung beschleunigen.

Schmerzmittel

Gegen Schmerzen im Kopf- und Gesichtsbereich helfen rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke (zum Beispiel mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen). Wichtig: Zu Auswahl und Anwendung der Präparate ausführlich in der ärztlichen Praxis oder in der Apotheke informieren!

Therapie der chronischen Sinusitis

Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung verschreiben Ärztinnen und Ärzte häufig örtlich wirkende Kortison-Präparate, die der Entzündung entgegenwirken. Die oft erforderliche Langzeitbehandlung gilt als Standardtherapie bei chronischer Sinusitis.

Nasenspülungen mit isotonischen Salzlösungen gelten ebenfalls als Standardbehandlung, um die Beschwerden zu lindern.

Sind die Nasennebenhöhlenentzündungen durch eine Allergie (mit-)verursacht, kann eine Desensibilisierung oder Allergenvermeidung sinnvoll sein.

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Eine Operation wird durchgeführt, wenn die Therapie mit Medikamenten erfolglos war sowie bei anhaltenden Beschwerden durch Nasenpolypen beziehungsweise einer chronischen Nebenhöhlenentzündung. Außerdem bei den seltenen Fällen von Komplikationen, wenn zum Beispiel eine akute Infektion auch Augenhöhle oder andere benachbarte Bereiche erfasst.

Vor allem bei chronischer Nebenhöhlenentzündung wird durch einen operativen Eingriff unter Vollnarkose bei Bedarf die erkrankte Schleimhaut in den Nebenhöhlen abgetragen, gegebenenfalls die Nasenscheidewand begradigt, der Nasengang erweitert, oder es werden Nasenpolypen entfernt. Diese Maßnahmen erfolgen meistens mit dünnen Instrumenten von der Nasenhöhle aus (endoskopisch). Äußere Schnitte sind heute eher selten erforderlich.

Operationen an den Nebenhöhlen sind wegen der Nähe zu Gehirn und Augen aber trotzdem nicht ohne Risiko. Komplikationen wie Verletzungen benachbarter Strukturen oder Blutungen können vorkommen.

Versagen andere Therapien, können bei einer schweren chronischen Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen im Einzelfall sogenannte Biologicals (spezielle Antikörper) infrage kommen.

Wichtige Hinweise für Eltern

  • Säuglinge und kleine Kinder sollten wegen der Verbrühungsgefahr noch nicht inhalieren. Viele Erkältungssalben und ätherische Öle enthalten Menthol. Säuglinge und kleine Kinder sollten auf keinen Fall mit mentholhaltigen Substanzen inhalieren oder damit eingerieben werden, da sie bei ihnen einen Atemstillstand auslösen können! Ähnliches gilt für andere stark riechende ätherische Öle.
  • Kinder und Jugendliche sollten den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) bei fieberhaften Infekten nicht erhalten – außer, die Ärztin oder der Arzt verordnet es im Einzelfall explizit. Gerade im Zusammenhang mit Infekten drohen vor allem bei kleineren Kindern gefährliche Leber- und Gehirnschäden (sogenanntes Reye-Syndrom).
  • Medikamente, die für Erwachsene entwickelt wurden, können Kindern unter Umständen schaden. Eltern sollten den Kleinen deshalb nur solche Präparate geben, die auch für die entsprechende Altersstufe geeignet sind und auf die altersgerechte Dosierung achten. Im Zweifel in der ärztlichen Praxis oder in der Apotheke beraten lassen!

Entzündeten Nebenhöhlen vorbeugen: Tipps

  • Nicht rauchen – denn das schadet der Schleimhaut in Mund und Rachen
  • Richtig schnäuzen – immer nur eine Nasenhälfte putzen und mit möglichst wenig Druck
  • Immunsystem stärken – durch ausgewogene Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf
Bild

Beratender Experte

Dr. med. Uwe Popert ist Facharzt für Allgemeinmedizin und seit 1990 als niedergelassener Arzt tätig. Seit 2016 ist er als Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin der Kassel School of Medicine / University of Southampton tätig. Seit 2001 arbeitet er in der Leitlinien-Kommission der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) mit, uner anderem bei den Leitlinien "Rhinosinusitis" und "Kardiovaskuläre Prävention".

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine individuellen Fragen beantworten.

30301443_0040791b1c.IRWUBPROD_52PQ.jpeg

Interview mit einem Taschentuch

Keine ungewöhnliche Begegnung derzeit: Unsere Autorin Sonja Gibis sprach mit einem Experten für Nasenreinigung über seine Aufgaben und seine Ängste.


Quellen:

  • S2k Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) und der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals –Chriurgie (DGHNO): Rhinosinusitis . Leitlinie: 2017. https://www.awmf.org/... (Abgerufen am 01.08.2022)

  • Pschyrembel Online: Sinusitis. https://www.pschyrembel.de/... (Abgerufen am 01.08.2022)
-